Yoga und Angst – Abhinivesha

Es ist eine tiefe Sehnsucht des Menschen, frei von Angst leben zu können. Im Yoga Sutra zählt die Angst, Abhinivesha, zu einer von fünf Blockaden, welche uns vom wahren Selbst trennen.

Angst ist die mächtige Gegenspielerin unserer Aggression. Wo uns Aggression voranschreiten lässt, weichen wir in der Angst zurück. Der Begriff Angst geht auf das indogermanische „anghu“ zurück, was so viel wie “eng“ oder „beengend“ bedeutet. Häufig erfahren wir Angst körperlich als Enge. Sie bedrückt uns, lässt keinen Raum zum Atmen.

Zugleich stellt uns die Erregung der Angst wichtige Energie zur Verfügung. In Situationen der Gefahr oder Herausforderung schärft sie unsere Sinne und aktiviert unsere Körperkraft; mit ihrer Hilfe fühlen wir uns wach und präsent. Angst gehört zu der unverzichtbaren Ausstattung unseres Selbsterhaltungstriebs.

Wie können wir also mit diesem scheinbaren Widerspruch umgehen? Einen Hinweis gibt eine weitere Klesha, Asmita,  die Neigung, uns mit Dingen oder Erfahrungen zu identifizieren.

An diesem Svadhyaya Abend wollen wir unsere Erfahrung mit dem Thema Angst erforschen. Entdecken, wo sie uns lähmt und wann sie eine unterstützende Ressource ist. Dabei gehen wir der Frage nach, wie sich unsere Erfahrung der Angst verändert, wenn wir sie zulassen, statt sie abzuwehren. Gibt es die Möglichkeit, Angst anzunehmen ohne uns mit ihr identifizieren zu müssen?